Vinothek – Freischütz

Vinothek – Freischütz – Wil

Der Freischütz – Errico Mirto von der Vinothek in Wil SG tischt italienische Speisen a la Nonna auf. Seine abwechslungsreiche Tavolata empfiehlt sich sehr, um einen Eindruck über die vielfältige und gehobene Küche der Vinothek zu erhalten. Das Lokal mit seinem lebendigen Ambiente hat viel Charme. Der Capo Errico kommt persönlich an den Tisch, um die aktuellen Speisen und Spezialitäten des Tages vorzustellen.

Errico, der Inhaber der Vinothek Freischütz in Wil SG, lädt mich für einen Beitrag in meinem Blog zu einem Diner ein. Mir als ehemalige Wilerin ist der Freischütz bestens bekannt und für mich ist Erricos Vinothek mit seiner authentischen Küche und dem großartigen Ambiente eine der besten Gastrolokalen in Wil.

In meiner Jugend durfte ich hier etliche unvergessliche Abende in toller Gesellschaft zu konstant gutem Essen verbringen. Ein besonders schöner Anlass war für mich natürlich, als Errico Mirto in meiner Anwesenheit das Konzept aus meine Kochkunstbuch Kochen=Kunst umsetzte. Errico ist wie ich Koch und Künstler. Das widerspiegelt sich auf seinen Tellern, die immer mit viel Liebe zum Detail angerichtet werden.

Vinothek – Freischütz – Wil
Lokal – Ambiente
Vinothek – Freischütz – Wil
Lokal – Ambiente

Treffpunkt Freischütz – Ein bisschen Geschichte…

Der Freischütz blickt auf eine lange Geschichte zurück. 1876 erstmals schriftlich erwähnt, entwickelte er sich vom Café zum Restaurant und war länger der Treffpunkt der nationalen und internationalen Jazz- und Rockszene. Spontane Auftritte wie zum Beispiel des Jazz-Gitarristen Oskar Klein waren nicht unüblich.

Heute trifft sich hier der Bankier mit dem Künstler bei gutem Wein und hervorragendem Essen. Durch diesen intimen Rahmen lernt man sich kennen und kann angeregte Gespräche führen was sehr spannend und bereichernd ist.

Vinothek – Freischütz – Wil
Lokal – Ambiente

Altes Lokal mit tollem Standort und Charme

Der alte Freischütz – die heutige Vinothek – liegt inmitten der Wiler Altstadt an unglaublich schöner Lage. Auf dem Vorplatz lädt im Sommer eine lange Tafel zu Speis und Trank ein. Im Inneren empfängt eine kleine, aber feine Gaststube, die mit den holzverkleideten Wänden ein warmes und gemütliches Ambiente ausstrahlt. Im Eingangsbereich unter den grosszügigen Fenstern findet sich eine kleine Bibliothek mit Büchern über Weine und eine Reihe von tollen Kochbüchern. Viele edle Tropfen aus Italien schmücken das Lokal nebst der omnipräsenten Schiefertafel, auf welcher die täglichen Gerichte und die Antipasti Klassiker mit Kreide aufgeführt werden.

Vinothek – Freischütz – Wil
Errico Mirto il Capo e Mel B. Bloggerin

Schlemmen wie in Bella Italia

Trotz Speisekarte auf der Schiefertafel kommt Errico Mirto zu jedem Gast und erzählt mit seinem charmanten italienischen Akzent von den aktuellen Menus und zusätzlichen Spezialitäten des Abends. Eine sehr herzliche Geste und schafft eine tolle persönliche Atmosphäre.

Nach einem Glas Ca`Del Bosco Brut — Ein Franciacorta, denn Errico weiss, dass ich keinen Prosecco mag. Sehr aufmerksam von ihm! – werden die zwei ersten Vorspeisen serviert. Errico empfiehlt uns die Tavolata. Über den ganzen Abend werden wir mit verschiedenen Gängen überrascht, die zum Teilen in die Mitte des Tisches gestellt werden. Es wird spannend!

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Burrata mit Tomätchen und Ruccola – Ceviche vom Tuna

Wir starten mit Burrata von Apulien. Kleinen marinierten Artischocken mit Minze – dazu Rucola Cherry Tomaten, Chips vom Spinat und Olivenöl. Für das Auge wird schön bunt angerichtet. Auf dem zweiten Teller ein Ceviche vom Thuna Lecce de Tigre, klassisch mariniert mit Limette, Zitronensaft, Koriander und hier noch etwas Ingwer. Ausgarniert mit Tomätchen, Bohnen, etwas Chili und roten Zwiebelpickels. Beides schmeckt sehr puristisch und lassen die eigenen Geschmäcker der Ingredienzen für sich sprechen – top!

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Schweinebauch gerollt – Crostini mit Salmonik

Darauf folgen ein Crostini mit hausgemachtem Sauerteigbrot belegt mit Bauerbutter, Wasabi-Eis, roten Zwiebelpickels und edlem Salmonik vom Hause Zwyer. Philipp Fahr von Zwyer – auch eine Wiler und enger Freund des Hauses – beliefert die Vinothek damit.

Er selber kommt meist auf ein Glas Wein und einen Schwatz zum Feierabend vorbei. Sehr delikat dieser Salmonik in Begleitung mit den anderen Zutaten und dem knusprigen Sauerteigcrostini.

Daneben ein Schweinebauch gerollt. Gefüllt mit toskanischer Porchetta, eine Art Speck, Fenchelsamen, Peperoncini, Thymian, Rosmarin, Koriandersamen. Der Schweinebauch wurde sechs Stunden im Ofen bei niedriger Temperatur gegart und lauwarm serviert. Begleitet wird der Gang von sautierten Pilzen. Auch bei dieser Vorspeise harmonieren die vielen Geschmäcker perfekt und ergeben ein interessantes Gesamtes. Ein sehr stimmiger Gang.

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Tonno del Chianti

Dieses Gericht finde ich nur schon von der Geschichte her äusserts spannend! Weil der Thunfisch früher den Weg nicht bis in die Toskana auf den Markt fand, erfanden die Toskaner selber einen Art Thunfisch. Das Spanferkel wird in Weisswein gekocht, um anschliessend in Olivenöl eingelegt zu werden. Dieser Prozess verleiht dem Fleisch die Textur, den Geschmack und die Konsistenz eines Dosenthunfisches. Es ist eine traditionelle Spezialität der Chianti Region. Auch dieses Gericht sehr authentisch und die Ähnlichkeit mit dem Thunfisch ist wirklich verblüffend. Mit ein paar Kapern, etwas Olivenöl, Tomätchen und Radieschen erhält das Gericht den Charakter eines Thunfischsalates.

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Ravioli alla Carbonara

Ravioli alla Carbonara – Moderne Ravioli neu interpretiert mit hausgemachtem Pastateig, versteht sich. Gefüllt mit Zabaione und Pecorino an zerlassener Butter mit Zucchini und kross gebratenem geräuchertem Schweinebauch. Sehr lecker.

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Tagliatelle – Ragu – Shortrips

Dass wir auch sicher nicht mit Hunger aus der Vinothek gehen, legt Errico noch einen Pasta Gang ein. Eine selbstgemachte Tagliatelle mit einer Ragu-Sauce aus zwanzig Stunden Sous Vide gegarten Shortribs vom Rind mit Karotten Sellerie, Lauch, Tomaten und Rotwein. Eine richtige italienische Primi Piatti – Wie bei Nonna eben!

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Wolfsbarsch – Safranrisotto – Salsa Verde – Gemüse
Vinothek – Freischütz – Wil
Kalbshohrücken – Kartoffelpüree – Gemüse – Madeirajus

Nach all diesen großartigen Vorspeisen kommen wir nun zum eigentlichen Hauptgang. Serviert wird zum einen ein Wolfsbarsch auf der Haut gebraten mit einem perfekten Safranrisotto. Dazu eine Salsa Verde, kleines Gemüse perfekt im Biss und ein Kalbshochrücken mit demselben Gemüse – das Ganze an einem Madeirajus und Kartoffelpüree. Auch diese letzte salzige Speise wunderbar.

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Torta Pasticciotto – schwarzes Johannisbeereis
Vinothek – Freischütz – Wil
Il Bonet – Piemontesische Spezialität – Vanilleglace

Zum krönenden Abschluss werden wir verwöhnt mit einer Torta Pasticciotto, einer Spezialität von Lecce in Apulien. Einen Mürbteig Boden mit einer Art Vanillecreme gebacken. Dazu hausgemachtes schwarzes Johannisbeereis. Das zweite Dessert – Il Bonet – ist eine typisch piemontesische Spezialität mit Kakao, Haselnüssen und Amaretti – eine Art Schokoladenküchlein. Dazu ein hausgemachtes Vanilleglace – Was will man noch mehr? Auch diese beiden italienischen Desserts haben es uns angetan.

Ein wenig vollgegessen von all diesen feinen Köstlichkeiten gesellen wir uns zu einer Gruppe von vier Personen, die mir von früher noch bekannt sind. Wir unterhalten uns angeregt über das tolle Lokal, welches leider eines der wenigen in Wil ist, wo man so gut isst und bei dem vom Service über das Ambiente alles stimmt. Gerne kehrt man hier immer wieder ein.

Danke Errico für den wunderbaren Abend in meiner alten Heimat – Grazie e a Presto!

Die kleinen Antipasti bewegen sich von 10.– bis 16.–. Die Vorspeisen von 18.– bis 26.–. Die Hauptspeisen von 28.– bis 45.– und die Desserts von 8.– bis 12.–.

Adresse: Vinothek Freischütz, Errico Mirto, Marktgasse 51, 9500 Wil, 071 911 17 56
info@vinothek.ch, www.vinothek.ch

Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag 11.30 bis 14.00 Uhr
17.00 bis 23.00 Uhr. Freitag 11.30 bis 14.00 Uhr – 17.00 bis 00.30 Uhr Samstag 11.30 bis 00.30 Uhr.

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